Investieren oder sparen für den Nachwuchs?

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Investieren oder sparen für den Nachwuchs?

Das Wichtigste zuerst:

  • Statt Tagesgeldkonto, Bausparvertrag und Co, sollte das Geld angelegt werden. Zum Beispiel in kostengünstige ETFs
  • Meine Empfehlung: Das Depot auf den Namen des Kindes eröffnen. Das hat unter anderem steuerliche Gründe. Hierfür gibt es spezielle “Juniordepots”
  • Ggf. macht es Sinn für das Kind auch eine sog. Nichtveranlagungsbescheingigung zu beantragen

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Sparen oder investieren für den Nachwuchs? Diese Frage hat mich letztens auf Instagram erreicht und da das Thema bestimmt einige interessiert, habe ich hier für dich eine kleine Schritt-für-Schritt-Anleitung geschrieben, wie ich die ganze Sache angehen würde.

Falls du dir nun denkst: Puh, ich habe doch keine Kinder… vielleicht bist du ja Tante/Onkel oder Pate/Patin…. Dann kannst du das genauso umsetzen!

Falls du zufällig über diesen Blogeintrag gestolpert bist und eigentlich lieber was auf die Ohren bekommst. Zu diesem Thema habe ich auch schon mal eine Podcastfolge aufgenommen.

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Schritt 1: Investieren, nicht sparen!

In meiner Beratung sehe ich oft alte Sparbücher oder Bausparverträge, die von Eltern, Großeltern und Co. für meine Mandanten im Kindesalter angelegt wurden. Natürlich sind sie unglaublich happy darüber: Wer hat nach der Schule, Ausbildung oder dem Studium nicht gerne ein kleines Starkapital?

Eines haben diese Anlagen meistens alle gemeinsam: Die Renditen sind schwach und der Inflationsschutz kaum bis gar nicht vorhanden. Aus wirtschaftlicher Sicht hat sich also die Geldanlage meistens nicht gelohnt.

Festgeldkonten, Sparbücher und Bausparverträge bringen heute kaum noch Zinsen, sodass sie nicht mal die von der EZB angestrebe Inflation von 2% erreichen. Aktuell liegt die Inflation circa bei 7%…

Wenn wir davon ausgehen, dass das Geld frühzeitig für das Kind investiert wird, haben wir einen Anlagezeitraum von bis zu 18 Jahren. Wenn du dich etwas mit dem Thema ETFs auseinandergesetzt hast, weißt du, dass das ein sehr guter Anlagezeitraum für ein Investment in Aktien ist.

Hier noch ein kleines Zahlenbeispiel:

Sparplan Bausparvertrag á 100€ für 18 Jahre  0,1% Verzinsung: Endkapital = 21.796,38€

Sparrate ETD-Depot á 100€ für 18 Jahre mit 6% Rendite:  Endkapital = 38.292,10€

Das investiere Kapital (insgesamt 21.600 €) ist immer gleich. Das Endergebnis unterscheidet sich enorm. Steuern und Kosten sind noch nicht berücksichtigt.

Schritt 2: Depot eröffnen.

An der Stelle ist wohl ein rechtlicher Disclaimer angebracht: Dieser Blogeintrag stellt keine Anlage- und/oder Steuerberatung dar!

Ich würde das Depot auf den Namen des Kindes eröffnen. Erstens, stellst du damit sicher, dass niemand anderes Zugriff auf das investierte Geld haben kann und das Depot einfach auf das Kind übergeht, wenn es volljährig wird. Zweitens hat dies auch steuerliche Vorteile. Wenn DU das Geld für das Kind auf DEINEM Depot anlegst, dann musst auch DU die Kapitalerträge versteuern. Klar, du hast einen Freibetrag von 801€ bzw. 1602€, aber den hat das Kind auch! Denn auch Kinder , egal wie alt sie sind, müssen Kapitalerträge versteuern, sobald es die 801€-Grenze überschreitet.

Für solche Konstellationen gibt es spezielle „Junior-Depots“, die sich bereits ab 25€ im Monat besparen lassen. Damit kann man schon mal einen ETF auf den All-Country-World-Index besparen. Bei einer höheren Sparrate machen ggf. auch ein zweiter oder dritter ETF Sinn.

Schritt 3: NV-Bescheinigung beantragen.

Jetzt kommt noch ein kleiner Steuer-Hack. Je nach Anlage ist es durchaus möglich, dass die Kapitaleinkünfte eines Kindes den Steuerfreibetrag von 801€ übersteigen. Demnach wären alle weiteren Einkünfte steuerpflichtig. Das ist nicht der Fall, wenn du bzw. die Eltern eine sogenannte Nichtveranlagungsbescheinigung (kurz: NV-Bescheinigung) beantragen. In Deutschland sind Einkommen in einer gewissen Höhe steuerfrei. Dieser Grundfreibetrag beträgt im Jahr 2022 10.347€.  Rechnet man diese beiden Freibeträgt zusammen, kann jedes Kind 11.148€ steuerfreie (!) Kapitaleinkünfte erzielen. Einzige Voraussetzung: Es dürfen ausschließlich Kapitalerträge als Einkünfte vorliegen (also kein Arbeitseinkommen, Mieteinnahmen, etc.)

Schritt 4: Kinder ausbilden

So, jetzt hast du ein paar Jahre Zeit um den Kindern den Umgang mit Geld und das investieren mit ETFs beizubringen. Wenn sie das verstanden haben und im Idealfall das ETF-Depot einfach selbst weiterführen, dann habe sie auf jeden Fall eine hohe finanzielle Sichherheit und einen Großteil ihrer Altersvorsorge gelöst. Klingt verrückt? Rechne mal nach.

Fazit

Die Geldanlage für Kinder sollte nicht einfach auf einem Bankkonto oder in teueren Bausparverträgen landen. Investiere das Geld lieber langfristig und weltweit gestreut in ETFs. Solltest du Hilfe bei der Einrichtung eines solchen Depots benötigen, kannst du dich natürlich gerne bei mir melden.
 

Falls du mehr Tipps und Tricks rund um das Thema Finanzen haben möchtest, trage dich gerne unten in meine E-Mail Liste ein. Hier bekommst du einmal in der Woche ein Nachricht mit nützlichen Hinweisen und Erfahrungen aus meinen Beratungen.

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